Mission und Vision

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Um die die Bildenden Kunst in der Mongolei nachhaltig und strategisch zu unterstützen, baut das Projekt eine langfristige Zusammenarbeit auf und avisiert die folgenden Ziele:

 

Eine Brücke für den Austausch der mongolisch-europäischen bildenden Kunst und deren nachhaltige Entwicklung errichten.

 

Mongolische Kunst und damit zusammenhängende Inhalte für europäische Experten, Kuratoren, Kunstorganisationen und internationalen Medien zugänglich machen.

 

Eine internationale Plattform für bisher unbekannte mongolische Künstler schaffen und so auch den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen auf professioneller Ebene ermöglichen.

 

Die unterstützende Wirkung der Bildenden Kunst auf die Kulturwirtschaft und die Entwicklung des Kunst- und Kulturtourismus nutzen .

 

Modern Transformations – New Identities

NordArt 2015 Länderfokus Mongolischer Pavillon:
 

Die gewaltigen gesellschaftlichen Umbrüche der 1980er und 1990er Jahre beeinflussten auch die Mongolische Kunstszene. Das enge Korsett der Staatskunst löste sich auf. Unabhängigkeit und Liberalität, aber auch eine neue Form der Unsicherheit prägten die Lebensumstände. Ein Großteil der Künstler emanzipierte sich radikal von den einengenden Arbeitsbedingungen der sozialistischen Ära. Junge Kreative und Künstler schlossen sich in Kollektiven zusammen, um im gemeinsamen Schaffensprozess ihre Ideen, Werke und gegenwärtige Herausforderungen zu reflektieren. Identitätskonzepte wurden auf allen Ebenen angedacht und durchgespielt; changierend im Spannungsfeld von Individualität, Gemeinschaft, Politik und Kultur. Diese Art der Auseinandersetzung hat bis heute nichts an Relevanz verloren. Aufstrebende Künstler der jungen Generation experimentieren in ihren Arbeiten mit der Suche nach Identität, arbeiten oft in Kollektiven oder Kollaborationen, so wie die Künstlerkollektive Blue Sun oder Human Love Nature Freedom.

 

Über 30 zeitgenössische Künstler, größtenteils aus der jüngeren Generation, stellen im Länderpavillon der Mongolei auf der NordArt aus. Dies ist die bisher größte Gruppenschau zeitgenössischer mongolischer Kunst in Europa. Die Ausdrucksmedien der Künstler sind vielfältig –  Malerei, Grafiken und Zeichnungen, Skulpturen und Installationen aber ebenso Fotografie und Video-Kunst und erzählen Geschichten aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Künstler. Diese großartige Gelegenheit ist in ihrer Bedeutung für die ausstellenden Künstler, aber auch für die gesamte Kunst-und Kulturwelt der Mongolei nicht zu unterschätzen.

 

Der Kunstmarkt in der Mongolei hat viele der jungen Künstler bisher wenig gewürdigt. Kunst nach konventionellem Geschmack überwiegt in der Wahrnehmung. Künstler der älteren Generation, die handwerklich hervorragende Werke schaffen, jedoch inhaltlich losgelöst von kritisch betrachteter Vergangenheit und Gegenwart arbeiten, sind ökonomisch erfolgreicher. Junge mongolische Künstler haben es schwer, sich in ihrem Land mit provozierenden und unkonventionellen Arbeiten durchzusetzen. Oft werden ihre Werke im Ausland mehr geschätzt. Dazu trägt auch die erhöhte Mobilität der jungen Generation bei – viele der in der Ausstellung präsentierten Künstler haben eine Ausbildung in klassischer mongolischer Malerei an der Mongolischen Akademie für Bildende Kunst genossen und studierten anschließend in Europa oder Nordamerika weiter. Die renommierte internationale Kunstausstellung NordArt ist eine einzigartige Plattform um die aktuellen Positionen zeitgenössischer mongolischer Kunst der Welt zu präsentieren.

BODIBAATAR Jigjidsuren, Kurator, Ulaanbaatar/London

 

 

Modern Transformations – New Identities
NordArt 2015: Country Focus Mongolia

 

The Mongolian art scene underwent dramatic change in the late 1980’s and early 1990’s parallel to the upheaval of the entire society at large. Socio-politically, artists shifted from their previous status as ‘states’ artist’ into new, more independent and liberal, yet also more uncertain circumstances. Artistically, most artists redeemed themselves from the suffocating penetration of the socialist realm. Subsequently, especially younger artists moved closer together making art in collectives in order to examine and challenge themselves in their own community. New concepts of identity emerged within the art community on individual and collective as well as political and cultural levels. This particular phenomenon is still relevant in today’s Mongolian society. Emerging talents of the young generation continue to reflect their search for identity through art, often knit together in collective and collaborative structures, such as Blue Sun or Human Love Nature Freedom.

 

NordArt’s Mongolian Pavilion displays artworks from over 30 mainly young contemporary artists from a variety of disciplines, but not disregarding successful and established artist from the preceding generations. The pavilion hosts the until today biggest group show of contemporary Mongolian art in Europe. The creative means to produce narratives of their past, present and future are multifold, including drawings, paintings, sculptures and installations as well as photographs and videos. The collaboration with NordArt is an amazing opportunity for the participating artists as well as signal reflecting on the entire Mongolian art and culture scene.

 

Most of the artists are not yet established in the domestic art scene, mainly due to the prevalence of a rather conventional taste. The domestic Mongolian art market relies on acknowledged artists from previous generations, whose works are artistically refined but contextually disengaged. Appreciation of contemporary art in Mongolia is still in the process of gaining ground, making it difficult for artists to break through with their unconventional language. Some artists pursued further studies and work in Europe or North America, having completed their education in traditional Mongolian painting at home. This artistic migration led to attention and recognition in the global art scene rather than in their home county.

Being the country of focus of NordArt 2015 is an extraordinary opportunity to present contemporary Mongolian artistic positions to the world.

BODIBAATAR Jigjidsuren, Curator, Ulaanbaatar/ London